Es ist ja nun geraume Zeit her, seitdem BasicThinking von bloggender in professionelle Hand übergeben wurde. Ich glaube, dass jedem klar war, dass sich das Blog mit der Übergabe ändern würde. Man konnte schwerlich erwarten, dass jemand den Stil von Robert weiterführt, noch war das meines Erachtens das Ziel derjenigen, die BT übernahmen.
Nachdem ich BT nun über diese Zeit verfolgt habe, sicherlich nicht alle Beiträge gelesen und noch weniger kommentiert habe, wollte ich persönlich mal meinen Senf dazugeben, wie sich die Plattform entwickelt hat.
Ehrlich gesagt wusste ich so gar nicht, was der Verkauf und die Neubesetzung bringen würde. Zunächst glaubte ich, dass die neue Truppe das Konzept eines Themenblogs verfolgen würde, sprich: Die Inhalte werden ausgewählter und grenzen sich auf ein bestimmtes Themengebiet ein. Obwohl man sicherlich behaupten kann, dass alles rund ums Bloggen, Twittern und das Web2.0 nach wie vor dort zu finden ist, und man auch das als in sich geschlossenes Thema betrachten könnte, kann ich nicht wirklich behaupten, dass BT den Eindruck eines echten Themenblogs auf mich macht. Es ist nach wie vor recht bunt gemischt, wenn auch nicht so bunt wie bei Robert. Ich persönlich finde die Vielfalt ist ein wichtiger Aspekt und es gibt auch tatsächlich immer wieder etwas, was lesenswert ist.
Der persönliche Touch ist meines Erachtens verloren gegangen, was ich jetzt der Tatsache zuschreibe, dass es mehrere Schreiberlinge gibt und nicht nur den einen, der der ganzen Geschichte seinen Stempel aufdrückt. Ich weiß und erinnere mich, dass Robert wegen Rechtschreibung, verschachtelter Sätze, u.ä. immer scharf angegangen wurde, man warf ihm fehlende Professionalität vor, etc. pp.
Ich persönlich fand das immer total lächerlich. Denn frei nach dem Motto “Mein Blog, mein Webspace, mein Geschwafel” stand und steht es jedem frei, in seinen vier Räumen zu tun, was ihm beliebt. Und warum manche Menschen das bei einem Blog nicht respektieren können, aber für sich selber gerne und uneingeschränkt in Anspruch nehmen, entzieht sich meinem Verständnis. Hat wohl auch nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun.
Nun, das neue Team von BT hat der ganzen Sache nun eben diese fehlende Professionalität eingeflöst. Und genau das ist eigentlich mein Kritikpunkt. BT ist kein Blog mehr, es wird von Journalisten betrieben, die jetzt plötzlich keine Journlisten mehr sind – zumindest, wenn sie auf BT schreiben – sondern “Blogger”. Ich frage mich, wie die Herren das anstellen. Morgens mit dem Journalistenschuh ins Büro, dann mal eben den Bloggerschuh drübergezogen, um bei der nächsten Pressekonferenz mal eben gar nichts mehr davon wissen zu wollen, dass man Blogger ist? Sind das nun wirklich echte Blogger oder eigentlich nur Journalisten, die WordPress als Unterlage verwenden? Wo fängt eigentlich Bloggen an, wo wird es zum Journalismus? Ist Bloggen das Schreiben im Netz “unter fehlender Flagge” (Stern, Spiegel, Focus, und wie sie alle heißen), und Journalismus das mit Flagge auf Vollmast?
Es ist meine ganz persönliche Meinung, dass Bloggen höchstsubjektiv, persönlich, eigen ist, dass es nur publiziert, aber nicht zwangsläufig gelesen werden muss. Ich habe es nicht als Produkt oder Dienstleistung kennengelernt, noch hatte ich den Eindruck, dass der kommerzielle Hintergedanke tatsächlich ausschlaggebend war. Wenn man es sich genau ansieht, dann kann man professionelles Bloggen meines Erachtens nicht von Journalismus unterscheiden. Und die Professionalität kam erst in den letzten Jahren auf, als die Leute merkten, dass man Geld damit verdienen kann und es dann auch getan haben. Ich halte Geldverdienen für nichts schlechtes und bin die letzte, die andere wegen Werbung auf ihrem Blog anpöbelt, aber das war meines Erachtens die letzte Unterscheidungsmöglichkeit, die einen Blogger von einem Journalisten oder Nachrichtenmenschen getrennt hat.
Um den Bogen zu BT zurückzuspannen: Ich denke, es ist kein Blog mehr. Nicht zwangsläufig, weil es Robert verkauft hat oder weil es kommerziell ist. Sondern weil der Charme des persönlichen, subjektiven, eigenen verloren gegangen ist und jetzt durch Vollblutjournalisten mit ihren eigenen Vorurteilen und Standesdünkeln ersetzt wurde, steril und berechenbar geworden ist und Positionen vertritt, die man sich auch vorher schon anhand des Wissens um eben jene Standesdünkel und gängige Vorurteile in der Branche auch selber aus den Fingern saugen kann.