Wenn ich irgendwo lese „Zahlen Sie zuviel für Ihre Krankenversicherung?“ dann beschleicht mich meist das ungute Gefühl, dass dahinter der Versucht steckt, eine private Krankenversicherung zu bewerben. Eine Frage, die dann immer wieder bei mir auftaucht ist „Zuviel im Vergleich zu …?“. Wo gibt es eine Messlatte die mir sagt, dass ich zuviel bezahle? Und wer legt fest, wieviel zuviel und wieviel angemessen ist?

In der Tat werben ja die Privaten damit, dass sie günstiger sind als die gesetzlichen Krankenversicherungen. Oberflächlich betrachtet stimmt das, wenn man vor allem von den monatlichen Beiträgen ausgeht.

Tatsächlich lohnt sich das aber nur, wenn man jung, gesund und männlich ist. Bereits für Frauen in jungen Jahren sind die Beiträge höher als für Männer im selben Alter. Wenn man dann irgendwann ein Kind bekommt, rechnet sich das nicht wirklich, denn auch für das Kind muss gesondert gezahlt werden – bei der gesetzlichen ist das meist dabei (vor allem für Angestellte).

Solange man gut verdient ist die PKV auch eine ganz tolle Sache, weil die Beiträge sich ja nicht nach dem Verdienst richten, sondern nach dem individuellen Risiko. Wenn man aber mal schlechter verdient schlägt das schnell wieder zu Buche – denn dann wäre u.U. die GKV günstiger, ein Zurück aber nicht ohne weiteres möglich.

Wer angestellt ist, hat vielleicht noch die Möglichkeit, wieder in die GKV zurückzukehren, wobei die natürlich auch nicht sonderlich erpicht darauf ist, noch mehr Mitglieder versorgen zu müssen. Wer aber selbstständig ist hat meist keine Chance wieder in die GKV zu wechseln, wenn das Geld nicht mehr so fließt wie früher.

Ganz übel wird es, wenn man dann aber älter wird. Denn dann werden die Beiträge viel höher als in der GKV, ein Zurück ist dann aber meist ausgeschlossen.

Was die sog. Einstiegstarife oder Grundversorgungstarife betrifft, übersehen viele hier, dass sie zwar unschlagbar günstig sind – aber gerade im stationären Bereich kann man u.U. schlechter abgedeckt sein als bei der GKV.