Kann man etwas an sich gutes und positives auch aus den falschen Gründen machen und wollen? Und wenn ja, macht es die Sache damit schlecht oder schlechter, als wenn man sie aus den richtigen Gründen getan hätte? Diese Frage beschäftigte mich als ich heute las, dass ein US-Richter, der während seiner Amtszeit alleine neun Männer zum Tode verurteilt hatte, dafür plädiert die Todesstrafe nicht mehr zu verhängen.
Warum? Die Antwort ist banal: Es ist zu teuer!
«Es ist zehn Mal teurer, sie zu töten, als sie am Leben zu halten», sagt der ehemalige kalifornische Jurist Donald McCartin, der während seiner 15-jährigen Amtszeit als Richter neun Männer in den Todestrakt geschickt hat und deswegen den Beinamen «the Hanging Judge of Orange County» erhalten hat. Ein Verzicht auf die Todesstrafe würde für die Behörden ein Sparpotenzial von mehreren zehn Millionen Dollar bedeuten, wie neue Untersuchungen in den USA ergeben haben. Weil die Wirtschaft am Boden liegt und die Haushaltsdefizite steigen, wächst unter konservativen Politikern die Bereitschaft, aus finanziellen Gründen auf die Todesstrafe zu verzichten.