Manchmal frage ich mich, warum mir manche Dinge so nahe gehen. Z.B. Forenkommentare. Wenn die Leute mir eine Steilvorlage liefern, dann kann ich einfach nicht anders. Dann kribbelt es in meinen Fingern. Dieses ewige Genörgel. Das ist wie Pfeffer in die Nase bekommen. Man muss niesen, es geht nicht anders. Wenn also Leute nörgeln, ist das so, als ob man mir einen Stoß in die Rippen gibt, auf den ich aggressiv reagiere.
Ich gebe es zu, dass sich in mir eine aggressive Energie aufbaut. Und die will raus. Vor allem gibt sich die nicht mit lapidaren Antworten zufrieden. Oder mit Ausweichen. Wer nörgelt, muss es ertragen, dass ich ihn frage, warum er wirklich nörgelt und was ihn dann davon abhält, die Gründe, die ihm zum Nörgeln bringen, abzustellen. In der Regel ist dass dann der Punkt, an dem die Leute – unangenehmerweise – bemerken, dass sie selber der Grund für ihre Nörgelei sind. Und dass es im Grunde sehr einfach ist, den Gründen fürs Nörgeln aus dem Weg zu gehen. Sie tun es aber nicht. Und sie wollen auch nicht einsehen, dass sie es selber in der Hand haben. Es ist unangenehm, eine unangenehme Wahrheit, die nur ganz wenige Menschen wahr haben wollen.
Wenn es dann doch einer zu gibt, dann eher nach dem Motto: Du hast Recht und ich meine Ruhe. Die Wahrheit ist: Die Leute WOLLEN nörgeln. Es geht überhaupt nur ums Nörgeln. Es geht um nichts anderes. Es geht nicht darum, die Unzufriedenheit abzustellen. Es geht nicht darum, die Ursache bei der Wurzel zu packen. Es geht nicht darum, die Situation zu verbessern. Es geht ums Nörgeln. Und nur darum.
Wenn du behauptest, dass das nicht sein muss, dann heißt es: Ja, ja. Und wir alle wissen spätestens seit Werner, was “ja, ja” bedeutet, nicht wahr? Niemand will wirklich was ändern. Niemand will aufhören mit Nörgeln. Im Gegenteil.
Das nervt mich. Deswegen gehe ich in die Luft. Weil die Leute nörgeln, obwohl sie es nicht müssten. Aber sie tun es, aus Spaß, aus Freude, weil es verbindet, weil man sonst nichts hat, worüber man reden könnte. Arme Socken.