Heute habe ich mich schweren Herzens von einem Webprojekt – einem Blog – getrennt, dass ich vor ca. 2 Jahren aufgezogen haben. Bis dato habe ich keine nennenswerten Umsätze damit generieren können, die Ausgaben waren höher als die Einnahmen es je werden. Also habe ich die Reißleine gezogen und mich dazu entschlossen, alles einfach zu löschen. Domain, Webspace, Inhalte. Alles soll weg. Schade. Dabei habe ich hart gearbeitet, wenigstens bei einigen Keywords in die ersten 10 Treffer von Google zu gelangen. Und das habe ich geschafft. Aber bezüglich Adsense und Amazon Affiliate bin ich nicht weit gekommen. Das ist schade, aber es ist auch nicht zu ändern.
Ich hatte mir große Hoffnungen gemacht, habe anfangs wirklich täglich etwas dafür gemacht. Ich habe mir Infos besorgt, wie man sowas aufzieht, ich habe alle Tipps umgesetzt, die ich finden konnte. Ich habe hart daran gearbeitet bis ich irgendwann wusste, dass mich a) das Thema nicht so stark interessiert, dass ich einen solchen Aufwand für immer betreiben wollte und b) ich nicht die Puste habe, das Projekt zu meiner Haupteinnahmequelle zu machen. Und Puste benötigt man.
Zwischendurch habe ich wirklich geglaubt, dass es etwas werden kann. Mittlerweile weiß ich aber, dass ich zwei Schwächen habe, die man in diesem Business unbedingt benötigt. Die erste Schwäche ist Netzwerken. Ich tue mich schwer, einfach plötzlich irgendwo aufzutauchen, zu sagen “Da bin ich” und munter mitzumischen. Das ist zu offensichtlich und es ist zu offensichtlich plump. Es ging nur um das Netzwerken des Geldes wegens, und das habe ich gewusst. Die anderen hätten es auch gespürt, dafür konnte und wollte ich mich nicht hergeben.
Schwäche Nummer zwei war, dass das Thema nicht meine absolute, ungeteilte, 100 %ige Aufmerksamkeit und Interesse hatte. Ich stand nicht hinter dem Thema. Es war zwar interessant, aber auch nicht so höllenwichtig für mich. Im Grunde war nach 6 Monaten alles gesagt, was ich glaube zu dem Thema sagen zu können. Alles darüber hinaus war nur aufgewärmter Kaffee in frischen Tassen. Oder alter Wein in neuen Schläuchen.
Ah, es gibt noch eine dritte Schwäche. Ich hatte keinen Plan. Pläne, die alte Leier. Ich – planlos und ziellos – weigere mich, Pläne zu machen und mir Ziele zu stecken. Ich bin noch nicht wirklich dahinter gestiegen, wo das Problem liegt, was mich davon abhält, es einfach zu tun. Einen Plan zu machen UND ihn einzuhalten. Mir ein Ziel zu stecken UND es zu erreichen. Vielleicht verstehe ich es ja eines Tages, schauen wir mal.
Aber diese Plan- und Ziellosigkeit war sicher am schwierigsten zu handhaben. Du solltest irgendeinen roten Faden haben, den du verfolgst. Ich sage nicht, dass ich überhaupt gar keinen Faden hatte, den ich in diesem Blog verfolgt habe. Aber der Faden war nicht durchgängig und er war leider auch nicht rot. Er war irgendwo zwischen blaßlila und unsichtbar, ich habe ihn kaum wahrgenommen und wenn ich ihn mal wieder abgeschnitten hatte, um einen anderen Weg zu verfolgen, dann habe ich den neuen Faden einfach mit dem alten zusammengeknotet. Sah nicht schön aus, funktionierte mal besser, mal schlechter.
Die Moral von der Geschicht’? Spinn dir einen Faden und halt ihn vor’s Gesicht, auf dass du ihn immer klar und deutlich erkennst und nicht auf anderen Pfaden davon rennst.
P.S. Ne, wirklich reimen kann ich auch nicht … hach, schon wieder ein weiteres potenzielles Blogprojekt von der Liste gestrichen.